Refurbishing a guitar - watch it soon in upcoming ACO shows!

December 26th, 2007

Endless days of Xmas put to a good use: reconstructing a 1964 Framus Strato to be played again for the first time at the Hamburg gig at Westwerk. Aplologies for such a geeky and vain post, but it’s that time of the year. 

And this is what it should be like… http://www.framus-vintage.de Strato

The ACO-CD “Artists’ Songs” is finished and without doubt perfect

December 17th, 2007

ACO: Artists’ Songs (cover)The ACO-CD “Artists’ Songs” is finished and without doubt the perfect last minute Christmas present in the €10 bracket (get it at pro-qm Berlin) or go to our shopping instructions. Decide for yourself, here is a free sample:

Elke Krystufek: Schaukel mich in dem Schoss von Gagoschian (8:36)

Download Elke Krystufek: Schaukel mich in dem Schoss von Gagoschian

Below you can find Dan Fox’s text about “Artists’ Songs” (also printed in the booklet). Above you can see the cover (click for a larger version) beneath you find  the complete list of tracks:

Berlin, this is your local ACO Dealer (€10 is all it takes per CD)

pro-qm
Almstadtstraße 48-50, 10119 Berlin
Montag bis Samstag 12 bis 20 Uhr
Tel. 030.2472852-0, Fax 030.2472852-1
info@pro-qm.de

  1. John Miller/Takuji Kogo - Why you should get to know me (2:48)
  2. Gerwald Rockenschaub - Black (2:57)
  3. Annika Ström - I’m in love again (3:37)
  4. Ross Sinclair - Song for Raimar (2:45)
  5. Dave Allen - Song for Raimar in D (0:51)
  6. Carsten Nicolai - Tschechischer Film (3:11)
  7. Karin Sander - In höchsten Tönen (2:31)
  8. Andreas Schlaegel - Little Miss Risk * (2:44)
  9. Christian Jankowski - Nächste Woche (7:12)
  10. Øystein Aasan - Don’t ask me * (2:31)
  11. Markus Schinwald - o.T. (2:52)
  12. Elke Krystufek - Schaukel mich in dem Schoss von Gagoschian (8:36)

They used to say that all you need are three chords and the truth, but which three chords and in what order does truth come? Yet there’s more than one way to skin a cat and more than enough cats in this skinny old town with an eye for outsourcing and an ear for the future. ACO – savvier than Colonel Tom P. the day he clapped eyes on The King and faster than a white night with Grandmaster Flash – saw the future coming head on, so sent up smoke signals and a 12-strong cavalry of artists rode into view, each bearing a furnace-hot song or switched-on suggestion for ACO to reboot as their pop-minted hearts saw fit. They turned electricity to rock for John Miller and Takuji Kogo’s libretto of Japanese personals and painted Gerwald Rockenschaub’s ‘Black’ a shade deeper than deep space. Annika Ström’s in love again and taught ACO her serenade in person (check out Sabine’s cut crystal vox and Andreas’ Gainsbourg basso profondo). Ross Sinclair’s ‘Song for Raimar’ checked into Berlin HQ as a 4/4 pop hit and checked out as a waltz in downtown Vienna (imagine The Raincoats dukin’ it out with Kurt Weill and you’ll catch the flow of this blues Danube). Raimar got lucky again with another song for him from Dave Allen: retune your axe to DAF to karaoke this one. Like the Six Million Dollar Man, ACO were rebuilt by Carsten Nicolai into the romper-stomper motorik soundtrack to Agnes’s life a la Czech nouvelle vague. Karin Sander rocketed the ACO from the bottom to the top – a high-fidelity peak out. ‘Little Miss Risk’ is Andreas Schlaegel’s homage to Vancouver’s finest burlesque artiste (guiding spirits: AC/DC). Christian Jankowski talked the Critics into talking about passing time: Raimar chats ears and Agnes demands beers. Øystein Aasan? Don’t ask me – listen up! Markus Schinwald gave two trax and got one electro-convulsive rock Frankenstein in return, and in Elke Krystufek’s tapestry of refried pop nuggets, ACO long to lie in Larry Gagosian’s lap, and shout loud and proud: ‘make it legal Tino Seghal’!

So baton down the hatches and flip the switches. Crank it up and shake it down. It’s cold and dark out there – the situation’s critical.

Dan Fox

Download: free xmas MP3 gift

December 10th, 2007

ACO plays Rudolph. Enjoy.

Download: Rudolph the red nosed reindeer

Wir sehen uns im WESTWERK, Admiralitätstr. 74am 18. Januar, frisch erholt vom Einstieg ins neue Jahr mit der neuen Platte im Gepäck!Diesmal heftig, nix

unplugged, sondern gib ihm. Oder GIB MIR KOPP Bäng de Häd!Bäng it! :westwerk.jpgwestwerk.jpgENDLICH MAL WIEDER HAMBURG.KINDER JETZT GIBTS WAS!

taz Artikel vom 14.Dez.2007

December 9th, 2007

taz Artikel 12.12.2007
Nicole Hackert, lass mich bei dirwohnen!
Das Art Critics Orchestra gab ein Weihnachtskonzert im Neuen Berliner Kunstverein, um seine neue Platte „Artists’ Songs“ vorzustellen. Brechtianisches Musiktheater traf auf Punk, und das machte auch die Kleinsten glücklich

Mitten im Jugendzentrum steht ein kleines Mädchen in rotem Pullover und Kniebundhosen und schaut mit großen Augen. Ist das Faszination oder wundert sich da jemand einfach nur? Wenig später, an fast derselben Stelle, wieder ein Mädchen, diesmal im Kleid, hält sich die Ohren. Sie bleiben zu, zwei Stunden lang. Das aber will nichts weiter heißen, als dass so kleine Ohren sind, die vor Lärm geschützt werden wollen. Das Konzert ist nämlich lauter geworden als gedacht, es sollte halbakustisch werden, in Richtung Violent Femmes, war vorab zu hören.

Das Jugendzentrum ist in Wirklichkeit gar keins, sondern es handelt sich um die Räumlichkeiten des Neuen Berliner Kunstvereins in der Chausseestraße, der sich aber am Mittwoch in eine Art Wurmloch verwandelt hat, wo plötzlich alles anders ist als sonst, ganz utopisch. Das Art Critics Orchestra, eingeladen vom Video-Forum des NBK, fängt sein Konzert mit „Avanti Popolo“ an, um dann umstandslos eine überaus charmante Version von „Die letzte Schlacht gewinnen wir“ zu geben.

Im nächsten Stück geht es um Standortfaktoren und chinesische Fabriken. Sängerin Agnes Wegner in roten Hosen und Kapuzenpulli singt und tanzt, dass man sich nicht mehr sicher sein kann, ob das jetzt abseitige Anachronismen der Achtziger zwischen Ari Up und Nena sind, die hier wiederaufgeführt werden, oder der verwegene Stil von DDR-Rockfrauen kurz nach dem Schwarzen Kanal oder irgendetwas unfassbar anderes. Man kann die kleinen Mädchen gut verstehen, eure Augen sind mein Spiegel.

Die besten Konzerte sind die, bei denen man sich die Ohren reibt, zweimal hinschaut und sich trotzdem weiter wundert. Beim Versuch der nüchternen Beobachtung kann aber immerhin Folgendes festgestellt werden: Das Publikum hat sich in ungefähr doppelter Schulklassengröße eingefunden, und ACO stellen ihre neue Platte vor. Das Orchester besteht aus Kunstkritikern und anderem Personal des Betriebs, das für die „Artists’ Songs“ Stücke, Spielanweisungen und vor allem Texte bei Künstlern in Auftrag gegeben hat. Prompt geliefert haben Karin Sander, Elke Krystufek, Carsten Nicolai oder Gerwald Rockenschaub. Die Vertonungen der offiziell erst im März erhältlichen, hier exklusiv vorab verkauften „Artists’ Songs“ klingen auf CD nach AC/DC, nach falschem Metal und Punk und live nach der Coney Island Circus Band, wie ein vom Klo kommender Mann behauptet. Gespielt wird da gerade „Schaukel mich in dem Schoß von Gagoschian“ von Elke Krystufek, ein Meisterwerk des Cut & Paste, in dem nicht nur „Red Wine“ und „Ein bisschen Frieden“ vorkommen, sondern auch Kunsthändler und -händlerinnen: Nicole Hackert, lass mich bei dir wohnen!

Das Art Critics Orchestra kann man sich als hyperintelligente Version der Kunstbetriebscombo Histrionics vorstellen, die durch ihr Werk „Never Mind the Pollocks“ bekannt geworden ist. Das Art Critics Orchestra verhält sich dabei zu den Histrionics wie Queen zu Slade. Wenn man noch etwas insidermäßiger daherreden wollen würde, könnte man sagen, dass hier Red Crayolas „Kangaroo?“ eine Südtangente an „Sandinista“ legt, womöglich aber auch umgekehrt. Großes Brechtianisches Musiktheater ist’s in jedem Fall.

Abstrakt und unbefriedigend bleiben solche Spekulationen allerdings schon deswegen, weil das Verweissystem von ACO dermaßen sinnlos voll geladen ist, dass man mit Freuden vor diesem durchdacht-barocken, sympathisch- hobbyistischen Eklektizismus kapituliert und sich davontragen lässt. Raimar Stange spielt mit Slavoj-Žižek-Bartfrisur stoisch den Bass, Laura Oldenbourg bedient minimalistisch eine elektrisch betriebene und mit Fußpedal in Gang gesetzte Orgel sowie ein Kinderxylofon, Andreas Schlaegel haut sich anfangs schon die Besen kaputt, muss also doch mit Stöcken spielen und singt zwischendrin, dito Micz Flor, der die Akustikgitarre schlägt.

Vor ihnen turnt geschmeidig Frau Wegner mit Lipgloss und Glitterzeugs auf den Wangen herum, haut ihrerseits irgendwann ihr Wasserglas kaputt und verbreitet gute Laune. Peter Hein liest zwischendurch aus seinem ersten Buch und stellt sich am Ende zu „People Have the Power“ ans Mikro, because the people had their ear. Candice Breitz, die das Cover zur CD gebastelt hat, steht in der ersten Reihe und lacht. Das kleine Mädchenmacht die Ohren wieder auf. In zwanzig Jahren kann es sagen: Ich bin da gewesen.

Ulrich Gutmair

taz, 14.12.2007