Süddeutsche swoons about the new record: Critica!

November 23rd, 2009

After the TAZ also the Süddeutsche succumbs to the sounds of yours truely!By the title of the article  CritiCA the author points out the greatness alongside of ApocalyptiCA and MetalliCA! We’re so CA, even we didn’t know - we were only aiming for ELO…Read more here

Concert of the Day in Budapest: “Swing-Jazz-Punk from Berlin”

September 14th, 2009

That’s the consensus in Hungary, if you follow Time Out Budapest, where Hungary’s leading critic couple Maja and Reuben Fowkes announced yours truely as the top five concert of the day. And Budapest thanked them with a crammed Kertem on a perfect summer evening, where ACO and their beautiful guests gave it their best, until the power plug had to be pulled, to avoid trouble over noise complaints by the neighbours, and inspite of continued demands for an encore…Budapest is beautiful. Thanks!For the anouncement, check this link here

Kito Nedo creams over the new ACO record!

September 4th, 2009

Check out his portrait fo the band in today’s Berliner Zeitunghttp://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0904/feuilleton/0030/index.htmlor read it here:

Textarchiv

 

Wie viel Kunst passt in eine Band?

Das “Art Critics Orchestra” veröffentlicht die dritte CD

Kito Nedo

 

Das Leben” sagt Raimar Stange, “ist viel zu wichtig, als dass man es ernst nehmen sollte.” Der 49-Jährige trägt sein Basecap mit großem Fragezeichen, auf Promofotos eine John-Lennon-Sonnenbrille, spielt Bass und ist Sprecher einer der besten Bands, die Berlin derzeit zu bieten hat. Ihr Name ist “Art Critics Orchestra” (ACO), sie wurde 2003 gegründet und alle Mitglieder neben Stange - Agnes Wegner, Andreas Schlaegel, Laura Oldenbourg und Micz Flor - haben irgendwas mit Kunst zu tun: als Kritiker, Verleger, Ausstellungsmacher oder Gestalter.

Soeben ist die dritte CD mit dem nach Gestalttheorie klingenden Titel “Das Summen der Teile” erschienen. Die Band probt zweimal die Woche im Proberaum in Weißensee, um das neue Repertoire für die nächsten Liveauftritte in Frankfurt, München und Budapest einzuüben. Nicht nur deshalb verabredet sich ACO zu Interviews nicht in einer coolen Cappuccino-Bar in Mitte, sondern im nahen Strandbad Am Weißen See, wo sich fast wie zu Zeiten des Zille-Milljöhs reden, Bier trinken, baden oder nur knietief im Wasser stehen lässt.

Also, ACO ist kein ironisches Projekt, betont auch Sängerin Wegner, vielmehr ginge es um kollektives Vergnügen, Politik und ästhetische Experimente. Auf der neuen Platte etwa übt man sich in Rückgriff auf Deutschrock-Gesten der Achtzigerjahre, wie man sie wohl zuletzt beim Festival des Politischen Liedes gesehen haben mag. Bei der vorhergehenden, einfach “Artists Songs - Künstlerlieder” (2008) betitelten Produktion ließ man sich die Songs von Künstlern wie Karin Sander, Elke Krystufek, Carsten Nicolai oder Gerwald Rockenschaub auf den imaginären Bandkörper schneidern, das CD-Cover lieferte Candice Breitz - wie Pac-Man fraß sich ACO in einem irren Tempo durch die hauptstädtische Kunstszene.

Wie viel Kunst verträgt eine Band, ohne zu platzen? Im Fall von ACO eine ganze Menge. Doch trotz all der berühmten Künstlerfreunde hat man sich seinen eigenen, sperrigen Stil bewahrt und hört noch lange nicht das, was alle um sie herum hören. Nachspielen will man es schon gar nicht.

Wo wollen sie hin? Was sind ihre Vorbilder? “Nicht Kippenberger, nicht Sonic Youth, nicht Patti Smith”, sagt Bassist Stange, der negative Dialektiker, der sich seine Songideen bei Anders und Adorno holt. Und Gitarrist Flor fügt hinzu: “Paul Goodman, ein bisexueller, kritischer Pragmatist des frühen zwanzigsten Jahrhunderts - das ist definitiv eine Inspirationsquelle für uns.” Ob es sie stört, immer nur als rockende Extrabeilage auf Ausstellungseröffnungen für schnöseliges Vernissagenpublikum durch Galerien, Kunsthallen, Museen zur tingeln? Nein, ganz und gar nicht. “In Museen zu spielen ist genauso nervig wie in richtigen Clubs” sagt Flor.

Manchmal holen sie sich Peter Hein von Fehlfarben dazu, noch so ein Unangepasster. Und Patti Smith, falls sie doch mal auftauchen sollte, würde man auch nicht vertreiben, schließlich ist der Hausheilige dieses Bandkollektivs ein bisexueller, kritischer Pragmatist.

Art Critics Orchestra: Das Summen der Teile (AtzeO 002) www.artcriticsorchestra.com, Nächste Konzerte: 6. September: Galerie Voges & Partner, Frankfurt/Main, 12. September: Impex Museum, Budapest, 2. Oktober: Baumwollspinnerei Leipzig 3. Oktober: Lenbachhaus München.

OH MY GOD, it struck 5 !

December 5th, 2008

flyer_5years.jpg I can’t believe this. It’s five years ago to the day that I called Raimar that fateful evening. Well, the rest is history, and by now, common knowledge. Now to spread this knowledge ( like strawberry jam on a peanutbutter sandwich) or to add insult to injury (agewise) we decided to crack down, clamp down and get down.And hope for the worst - no the real deal is: we called and everybody’s coming, so you’re very warmly (yes especially intimes like these) invited to join us for a hearty celebration of five years Art Critics Orchestra, together with friends like Fehlfarben’s own, the legendary Peter Hein (who is rumored to present a Mittagspause classic), the amazing Dave Allen (”Berlin’s favourite Scotsman”), reeds man extra-ordinaire Stephan Reiter-Raabe from Vienna and Party Dicktator and Mandolin Maniac Ole Wulfers, as well as former band members, guitar whizzes Oystein Aasan and Sabine Schmidt and our beloved vocalist Christiane Rekade, plus extra sweaty afterhour Beats by SoulFireClub’s DJ Sonic.So bring your handkerchiefs, remember (as always, ’tis the season) to come early to avoid disappointment!It’s the legendary and sweaty Zosch We love ya. If it’s five years this time, we’ll probably have to go to school next year.  Yours truely Andreas Boomboomboom 

We’ve got to talk

April 24th, 2008


Raimar insisted on one of the 12 Franz West diwans for the interview. Good for us - even though: each diwan fits approx. 4 1/2 people comfortably. Notice the first media appearance of the cuckoocaster.

taz Artikel vom 14.Dez.2007

December 9th, 2007

taz Artikel 12.12.2007
Nicole Hackert, lass mich bei dirwohnen!
Das Art Critics Orchestra gab ein Weihnachtskonzert im Neuen Berliner Kunstverein, um seine neue Platte „Artists’ Songs“ vorzustellen. Brechtianisches Musiktheater traf auf Punk, und das machte auch die Kleinsten glücklich

Mitten im Jugendzentrum steht ein kleines Mädchen in rotem Pullover und Kniebundhosen und schaut mit großen Augen. Ist das Faszination oder wundert sich da jemand einfach nur? Wenig später, an fast derselben Stelle, wieder ein Mädchen, diesmal im Kleid, hält sich die Ohren. Sie bleiben zu, zwei Stunden lang. Das aber will nichts weiter heißen, als dass so kleine Ohren sind, die vor Lärm geschützt werden wollen. Das Konzert ist nämlich lauter geworden als gedacht, es sollte halbakustisch werden, in Richtung Violent Femmes, war vorab zu hören.

Das Jugendzentrum ist in Wirklichkeit gar keins, sondern es handelt sich um die Räumlichkeiten des Neuen Berliner Kunstvereins in der Chausseestraße, der sich aber am Mittwoch in eine Art Wurmloch verwandelt hat, wo plötzlich alles anders ist als sonst, ganz utopisch. Das Art Critics Orchestra, eingeladen vom Video-Forum des NBK, fängt sein Konzert mit „Avanti Popolo“ an, um dann umstandslos eine überaus charmante Version von „Die letzte Schlacht gewinnen wir“ zu geben.

Im nächsten Stück geht es um Standortfaktoren und chinesische Fabriken. Sängerin Agnes Wegner in roten Hosen und Kapuzenpulli singt und tanzt, dass man sich nicht mehr sicher sein kann, ob das jetzt abseitige Anachronismen der Achtziger zwischen Ari Up und Nena sind, die hier wiederaufgeführt werden, oder der verwegene Stil von DDR-Rockfrauen kurz nach dem Schwarzen Kanal oder irgendetwas unfassbar anderes. Man kann die kleinen Mädchen gut verstehen, eure Augen sind mein Spiegel.

Die besten Konzerte sind die, bei denen man sich die Ohren reibt, zweimal hinschaut und sich trotzdem weiter wundert. Beim Versuch der nüchternen Beobachtung kann aber immerhin Folgendes festgestellt werden: Das Publikum hat sich in ungefähr doppelter Schulklassengröße eingefunden, und ACO stellen ihre neue Platte vor. Das Orchester besteht aus Kunstkritikern und anderem Personal des Betriebs, das für die „Artists’ Songs“ Stücke, Spielanweisungen und vor allem Texte bei Künstlern in Auftrag gegeben hat. Prompt geliefert haben Karin Sander, Elke Krystufek, Carsten Nicolai oder Gerwald Rockenschaub. Die Vertonungen der offiziell erst im März erhältlichen, hier exklusiv vorab verkauften „Artists’ Songs“ klingen auf CD nach AC/DC, nach falschem Metal und Punk und live nach der Coney Island Circus Band, wie ein vom Klo kommender Mann behauptet. Gespielt wird da gerade „Schaukel mich in dem Schoß von Gagoschian“ von Elke Krystufek, ein Meisterwerk des Cut & Paste, in dem nicht nur „Red Wine“ und „Ein bisschen Frieden“ vorkommen, sondern auch Kunsthändler und -händlerinnen: Nicole Hackert, lass mich bei dir wohnen!

Das Art Critics Orchestra kann man sich als hyperintelligente Version der Kunstbetriebscombo Histrionics vorstellen, die durch ihr Werk „Never Mind the Pollocks“ bekannt geworden ist. Das Art Critics Orchestra verhält sich dabei zu den Histrionics wie Queen zu Slade. Wenn man noch etwas insidermäßiger daherreden wollen würde, könnte man sagen, dass hier Red Crayolas „Kangaroo?“ eine Südtangente an „Sandinista“ legt, womöglich aber auch umgekehrt. Großes Brechtianisches Musiktheater ist’s in jedem Fall.

Abstrakt und unbefriedigend bleiben solche Spekulationen allerdings schon deswegen, weil das Verweissystem von ACO dermaßen sinnlos voll geladen ist, dass man mit Freuden vor diesem durchdacht-barocken, sympathisch- hobbyistischen Eklektizismus kapituliert und sich davontragen lässt. Raimar Stange spielt mit Slavoj-Žižek-Bartfrisur stoisch den Bass, Laura Oldenbourg bedient minimalistisch eine elektrisch betriebene und mit Fußpedal in Gang gesetzte Orgel sowie ein Kinderxylofon, Andreas Schlaegel haut sich anfangs schon die Besen kaputt, muss also doch mit Stöcken spielen und singt zwischendrin, dito Micz Flor, der die Akustikgitarre schlägt.

Vor ihnen turnt geschmeidig Frau Wegner mit Lipgloss und Glitterzeugs auf den Wangen herum, haut ihrerseits irgendwann ihr Wasserglas kaputt und verbreitet gute Laune. Peter Hein liest zwischendurch aus seinem ersten Buch und stellt sich am Ende zu „People Have the Power“ ans Mikro, because the people had their ear. Candice Breitz, die das Cover zur CD gebastelt hat, steht in der ersten Reihe und lacht. Das kleine Mädchenmacht die Ohren wieder auf. In zwanzig Jahren kann es sagen: Ich bin da gewesen.

Ulrich Gutmair

taz, 14.12.2007